Lockdowns im Herbst: Ärzte-Funktionär Montgomery sieht harte Maßnahmen

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Lauterbach und Wieler wollen Infektionsschutzgesetz anpassen

Lockdowns im Herbst: Ärzte-Funktionär Montgomery sieht harte Maßnahmen

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Je mehr Corona aus den Köpfen der Menschen verschwindet und objektiv gesundheitspolitisch wie medizinisch praktisch keine Rolle mehr spielt, umso verbohrter versuchen die Funktionäre des zwangspausierten Pandemie-Regimes, das in den letzten zwei Jahren „Erreichte” über den Sommer zu retten – um im Herbst den Alptraum von Neuem loszutreten. Zu den Schwarzmalern und Unkenrufern hat sich jetzt auch Frank-Ulrich Montgomery gesellt. Er bringt für den heraufbeschworenen „Corona-Herbst“ sogar neue Lockdowns ins Spiel.

Montgomery, der in den Medien fälschlicherweise oft als „Weltärztepräsident“ tituliert wird, reiht sich damit in die unselige Nomenklatura ein um Gesundheitsminister Karl Lauterbach und den Präsidenten des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler. Beide wollen das in seiner jetzigen Form bis September geltende Infektionsschutzgesetz anpassen und ab Herbst, wenn die Zahlen ihren Erwartungen zufolge endlich wieder steigen oder durch erstaunliche Zufälle pünktlich die nächste Variante eintrifft, radikale Maßnahmen in Gang setzen.

Maßnahmen-Befürworter unter sich

Während sich Wieler dabei vor allem auf Kontaktbeschränkungen und Lauterbach auf die Wiedereinführung des sinnfreien Maskenzwangs zu freuen scheinen, legt Corona-Hardliner Montgomery noch eine Schippe drauf – und fabuliert sogar von Lockdowns, die künftig rechtlich problemlos zu verhängen sein müssten. Dabei fällt „Monty“ vor allem durch faktenfreies Fordern statt überzeugende Argumente auf.

In einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung rief Montgomery die Bundesregierung auf, das Infektionsschutzschutzgesetz so anzupassen, „damit Eindämmungsmaßnahmen eingeführt werden können, wenn die Lage ernst wird, und zwar bundesweit einheitlich.“ Darin müsse dann „als „Ultima Ratio“ auch die Möglichkeit zu einem Lockdown verankert werden.“

Denn es wäre, so Montgomery, „fahrlässig, dieses Instrument nicht in den Werkzeugkasten zu legen, auch wenn wir alles unternehmen müssen, damit wir es nie wieder rausholen brauchen.“ Weitere Schreckenswerkzeuge, die er im Werkzeugkasten haben will, reichen „von der Pflicht zum Maskentragen im öffentlichen Raum bis hin zu Abstandsregeln und Kontaktbeschränkungen.“ Es sollen also die ganzen alten, bisher ganz und gar gescheiterten Zwangsmittel der beiden Corona-Jahre für eine rein hypothetische Herbstwelle wieder angewandt werden.

Faktenresistente Forderungen

Dass die deutsche Wirtschaft, die sich vom bisherigen Corona-Wahnsinn noch nicht ansatzweise erholt hat und durch die Preisexplosionen und sonstigen Folgen des Ukraine-Krieges immer weiteren Belastungen ausgesetzt ist, fechten Gestalten wie Montgomery – wie bisher schon – nicht ansatzweise an, ebenso wenig wie die Tatsache, dass weitere, völlig sinnlose Lockdowns nicht nur nichts zur Corona-Eindämmung beitragen, sondern abermals unzählige Existenzen zerstören würden. Dazu braucht man auch nicht erst auf Extremszenarien wie in China zu verweisen, es genügen schon die psychosozialen und materiellen Folgeschäden in Deutschland und Österreich.

Wochenblick berichtete über die Horrorszenarien in China. Der Lockdown-Terror in Schanghai führte dazu, dass Menschen aus Verzweiflung sogar aus Hochhäusern sprangen:

Dass Montgomery es gar nicht abwarten kann, in seine „Lieblingspychose“ Corona zurückzufinden, wird an seiner unbelegten Behauptung deutlich, dass die Corona-Zahlen „schon jetzt“ in weiten Teilen der Welt schon wieder steigen würden und dies angeblich „unweigerlich“ auch in Deutschland passiere, wenn es kälter und nasser werde und sich das Leben wieder in die Innenräume verlagere. Hier lässt sich schon erahnen, wohin die Reise geht: In jedem Jahr setzt klimabedingt im Herbst die Erkältungssaison ein, mit steigenden Atemwegsinfektionen und zirkulierenden Viren – deren genaue genetische Bestimmung oder Sequenzierung vor Corona nie vorgenommen wurde; stattdessen gab es die „Grippe“. Jetzt gibt es nur noch Corona – auch wenn es sich dabei um nichts anderes mehr als einen unterdurchschnittlich gefährlichen Allerweltserreger handelt. Einen erschütternden Einblick in seine Denkweise gewährte Montgomery dann auch noch mit seiner Aufforderung an die FDP, Lauterbachs Pläne „nicht wieder [zu] zerlegen.” Eine Partei, „die mit einem falschen Freiheitsfetisch die Sicherheit vieler Menschengruppen vergisst, ist ein Problem für jeden Gesundheitsminister”, so der Verbandsfunktionär wörtlich. Dass sein eigener Anti-Freiheits-Fetisch die weit größere Gefahr darstellt, dürfte ihm selbst kaum zu vermitteln sein. Ohnehin rennt Montgomery damit bei Lauterbach offene Türen ein.

Schützenhilfe von Wieler, FDP und Opposition skeptisch

Der besagte RKI-Chef Lothar Wieler jedenfalls, Chef eines durch seine permanent falschen Zahlen ebenfalls längst diskreditierten Institut, sprang sowohl seinem Dienstherrn Lauterbach und Montgomery inzwischen eilfertig zur Seite: Ernsthaft erklärte er, wohl alle Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich „wirklich ernsthaft und fundiert, also mit Fachwissen, mit dieser Pandemie befassen, gingen davon aus, dass im Herbst die Zahlen wieder steigen werden. Dennoch wisse man nicht, „welche Krankheit“ das Virus „machen” werde. Dies sei „die große Unbekannte.” Dass solche Feststellungen schon immer zutrafen, auch vor Corona, ohne dass sich deswegen die Politik kollektiv in Panik flüchtete und freiheitseinschränkende Präventivmaßnahmen ergriff, fällt offenbar niemandem mehr auf.

In der Regierung stoßen Lauterbachs Absichten, zumindest derzeit noch, auf erhebliche Vorbehalte. FDP-Vize Wolfgang Kubicki sagte: „Einen weiteren Herbst und Winter wird es nicht geben, in denen wegen eines diffusen Datennebels Grundrechtsbeschränkungen vorgenommen werden.“  Lauterbachs Ministerium und dem diesem unterstehenden RKI warf er vor, in über zwei Pandemiejahren unfähig gewesen zu sein, „vernünftig nutzbare Daten zu erheben.“

Eine erneute Verschärfung des Infektionsschutzgesetzes werde es mit der FDP nur geben, wenn diese Änderung ausreichend wissenschaftlich begründet werden könne und nicht mehr auf bloßen Behauptungen fuße, wie es in der Vergangenheit fast durchgängig der Fall gewesen sei.

Auch aus der Opposition kam eine Warnung vor einer erneuten Überarbeitung des Infektionsschutzgesetzes. Der gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Tino Sorge (CDU), sagte: „Es darf kein Automatismus werden, Grundrechtseingriffe wie 2G oder 3G zur Routine zu machen.” Stattdessen sollten Bund und Länder auf Grundlage der Fakten entscheiden, welche Maßnahmen angebracht seien.

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